Von wegen, auf dem Land findet man nur „Abgehängte“. In Wirklichkeit ist das Armutsrisiko in den Städten höher. Und durch die Digitalisierung wird man auch jenseits der Ballungsräume gut vernetzt sein.

Ortslagenabgrenzungen nachjustieren.

Das ist eine Chance für die Gemeinde Eitorf sich als „Vorort von Köln“ im neuen Jahrzehnt  aufzustellen und Rahmenbedingungen zu schaffen. Ich bin überzeugt, „Provinz matters“, das stetige Schrumpfen der ländlichen Regionen ist kein Naturgesetz. Ich sehe ein Comeback der ländlichen Räume und damit eine Möglichkeit für die Gemeinde Eitorf frühzeitig die Voraussetzungen zu schaffen. Noch sind wir weit davon entfernt. Immer wieder werde ich darauf angesprochen und gefragt, warum es so wenig Grundstücke gibt. Wir haben zu wenig Bauland und es gibt zahlreiche Beispiele in denen Bauanträge abgelehnt werden, weil sie in einer Randlage liegen und somit nicht als Bauland ausgewiesen werden dürfen. Das muss sich ändern. Ich halte es für außerordentlich wichtig, die Ortslagenabgrenzungen nach zu justieren. Es ist schwer nachvollziehbar, warum Familien Grundstücke besitzen und diese nicht bebauen dürfen. Da muss der Flächennutzungsplan angepasst werden. Die Ortslagenabgrenzung stellt immer wieder ein Problem dar und verhindert, dass Familien sich hier niederlassen können.

Umso wichtiger ist eine bessere Infrastruktur und Anbindung von Eitorf zur „Metropolregion Rheinland“. Andere Kommunen haben die Zeichen der Zeit erkannt und suchen den Anschluss durch konkrete Verbesserung ihrer Infrastruktur und der Ausweisung von Bauland und Wohnbaugebieten. Wir können das auch schaffen. Die Voraussetzungen haben wir. Im Vergleich zu anderen Kommunen an der Oberen Sieg haben wir eine bessere Verkehrsanbindung. Diesen Vorteil müssen wir nutzen. Wenn wir weiter so wenig Bauland ausweisen, werden die Grundstückspreise in Eitorf weiter steigen. Wenn dann die Menschen vermehrt in Ballungsräume ziehen, wird Bauland knapp. Und so sieht es momentan in Eitorf aus.

Dazu müssen wir endlich politisch mehr gestalten und aktiver werden – und uns auch nicht zu vielen scheinbaren Sachzwängen beugen. Nur so kommen wir voran! 

Oft scheitert es in den Außenorten an einem Streifen von 5 Metern, um ein Wohnhaus zu errichten. Die Ortslagenabgrenzungen sollten im Einzelfall begradigt werden. Kanal- und Wasseranschlüsse sind i.d. Regel vorhanden. Das bedeutet natürlich jede Menge Arbeit. In der Vergangenheit hat es hier bei den politisch Verantwortlichen und der Führungsriege in Eitorf an Einsatz gefehlt. Ich will meinen politischen Kontakt einsetzen und werde bei den „Oberbehörden“ in Köln und Düsseldorf vorstellig werden. Man kann nicht immer sagen „geht nicht“.

Sara Zorlu betrachtet eine Planungskarte von Eitorf.
Immer den Blick aufs Ganze.

Das alles sind große Pläne und Vorhaben. Die meisten dieser Punkte sind bereits seit langem bekannt, passiert ist aber wenig. Die bisherige Verwaltungsspitze hat keine klare Richtung vorgegeben, stattdessen wird alles unendlich lange diskutiert. Das will ich ändern. Durch meine jahrelange Erfahrung in unserem Geschäft sind mir ganz besonders zwei Dinge klar gewesen: Wir brauchen erstens einen genauen Plan mit leistbaren Schritten. Und zweitens muss es dann auch Entscheidungen geben, die konsequent umgesetzt werden. Diese Arbeitsweise will ich als Bürgermeisterin einbringen und damit unsere Gemeinde attraktiver gestalten.


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